
![]() Das Kleid muss zum Image passen – findet Jessica Beraldo. Bild: Gaby Schneider |
von Jessica Beraldo
Jessy berichtete über die Erwartungen vom Schulabschluss. Sie hat aber auch ihre Klassenkameraden befragt. Ihr Artikel zum Abschlussballkleid (am 23.7. in der Zeitung) PS. Die Erwartungen haben sich erfüllt... :-)
Scheinwerfer gehen an. Die riesige Bühne wird ins Licht getaucht. Eine Stimme ruft durch das Mikrofon: „Jessy Beraldo, du hast es geschafft. Dir gehört der Award.“ So ungefähr stelle ich mir meine Schulabschlussfeier vor – unser Motto lautet immerhin „Hollywood“.
Naja. Ich bekomme wahrscheinlich keinen Preis für mein Abschlusszeugnis an der Salier-Realschule in Waiblingen. Doch nach all dem Prüfungsstress, den Arbeiten und Hausaufgaben, ist für mich dieses Zeugnis ebenso wertvoll. Endlich bin ich an meinem Ziel angekommen. Heute Abend wird gefeiert.
Dazu habe ich auch schon das passende Outfit. Mein Kleid ist genauso, wie ich es mir gewünscht hatte. Schwarz, zwei Handbreit kürzer als mein Knie, eng mit roten und schwarzen Paletten. Ziemlich sexy.
Es passt perfekt zu meinem Image, das ich auf der Schule hatte und dass ich zu meinem Abschluss noch einmal unterstreichen will. Ich hab mich meistens sehr gewagt und mutig angezogen.
Nur damit ihr keinen falschen Eindruck bekommt: Ich bin nicht völlig im Schlampenlook herumgelaufen. Darunter verstehe ich extreme Lederminiröcke, Lackstiefel, Oberteile mit Ausschnitt bis zum Bauchnabel und roten Lippenstift.
Nein. Nur ab und an habe ich T-Shirts getragen mit Aufschriften wie „Nackt sehe ich noch besser aus“. Und ich habe mich was getraut – mit meinem Styling und ich habe immer neue Sachen ausprobiert und kombiniert. So habe ich meinen Stil gefunden. Meistens trug ich dabei übrigens genau das Gegenteil der angesagten Mode.
Die meisten Mädels werden heute Abend schöne, schlichte und liebliche Kleider tragen. Da werde ich auf jeden Fall herausstechen. Das will ich ja auch. Ich will, dass alle anderen denken: „Oh mein Gott, wie kann sie sich trauen, so ein Partykleid anzuziehen.“ Ich will, dass der gesamte Saal geschockt ist. Sie sollen meinen Auftritt nicht vergessen und meinen Namen immer in Erinnerung behalten.
Und ich denke, dass ich das mit meinem Kleid erreichen werde, mit meinen hohen Schuhen noch dazu und meinen schwarz gefärbten Locken wird es perfekt.
Die Erlaubnis meiner Mom habe ich, sie hat ja das Kleid für mich herausgesucht. Sie hat am Anfang ein wenig gezweifelt, ob es sich wirklich für eine Abschlussfeier eignet, aber sie gönnt mir diesen Auftritt.Schließlich war sie als junge Frau auch so drauf wie ich: Sie wollte auch herausstechen und alle schocken, damals, indem sie Rasierklingen als Ohrringe benutzte. Vermutlich habe ich diese Eigenschaft von ihr geerbt. Ich hoffe aber, dass ich mein Zeugnis, meinen persönlichen Award aber trotzdem bekomme - auch mit meinem gewagten Kleid.
Ich wünsche mir auch, dass der Abend eine schöne Erinnerung wird, daran, dass ich mit meiner Klasse zum letzten Mal zusammen feiern und viele Erinnerungsfotos machen werde. Dieser Abend wird auch ein wenig traurig sein. Weil ich meine Klassenkameraden wahrscheinlich nie wieder alle zusammen treffen werden. Wir werden nicht mehr zusammen Zeit verbringen, und all die Blödeleien, die wir mit den Lehrern gemacht haben, werden zur Vergangenheit gehören. Ich werde euch vermissen und grüße euch an dieser Stelle, meine liebe, verrückte Klasse 10 d der Salier-Realschule!
Bilder vom Schulabschluss gibt's auf Jessy's Profil >>>
Und nun hat Jessy ihre Klassenkameraden zu ihren Gefühlen zum Abschluss befragt. Das Video gibt's hier.
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